Juni 26, 2008
Amerikanische tote Prominente
Posted by fouanjou under George Calin, TV, Tim Russert | Schlagworte: Amerika TV, George Calin, NBC, Tim Russert |No Comments
In den letzten Tagen sind zwei wichtige Leute gestorben. Einen kannte ich aus dem Fernsehn, den anderen leider nicht bevor er starb. Aber welche die ich kannte, kannten ihn.
Es soll also heute um TV, Amerika und diese beiden älteren Herren gehn.
Anfang letzter Woche starb Tim Russert. Russert war seit Jahren der Leiter des Hauptstadtsudios bei NBC - dem linken TV Sender hier. Wenn NBC (bzw. MSNBC) sowas wie die ARD in Deutschland ist, dann war Russert in etwa … ach wir ham so jemanden gar nicht. Er machte seit ca. 1994 “Meet the press” (Presseclub in etwa) - und war damit der Sprecher und Präsentator, der in den letzten 14 Jahren Amerika jeden Sonntagmorgen um 10 mit mit 1-2 Gästen eine Stunde Tacheles redete. Das gibts hier nicht so oft, normal im politischen Journalismus ist ’spinning’, übersetzbar etwa mit “rumdrucksen”.
Russert kam aus der irischen ‘working-class’, war Katholik und vor allem Familienmensch. Er war etwas übergewichtig (nicht sehr), schnell und klug und lachte gern. Selbst wenn er ein Intview mit Dick Cheney oder Ross Perot machte, er hat die Leute nie versucht in die Pfanne zu hauen - er hat einfach so lange gefragt, klug gefragt, bis die eine wirkliche Antwort gaben - oder eben als Idioten dastanden. Ich kannte ihn aus den verschiedenen “elections” und “caucases” und den Wahlanalysen dazu. Als Obama vor paar Woche die nötigen Stimmen hatte, hielt Tim Russert inne und hat zu seinem Kollegen Olberman gesagt, dass sei ein historischer Moment. Noch nie zuvor hat ein schwarzer Amerikaner die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten bekommen! Sowas mein ich, im Gefecht auch ruhig bleiben können und einfach mal innehalten.
Russert starb 2 Tage vor dem “fahters day” völlig überraschend an einem Herzinfarkt. Am Tag als in Washington die Begräbnisfeier stattfand, spielten sie eine alte Version (40er) von “Over the rainbow” welche auf seinem iPod war. Es hatte zuvor geregnet aber als das Lied durchlief erschienen zwei (!) Regenbogen.
Das zeigte sogar Fox!
Wen mehr interessiert kann hier was lesen oder auch hier was kucken. Vor allem hier sieht man, wie wichtig Russert war…
Vorgestern, am Montag, ist mit 71 George Carlin ebenfalls an Herzinfarkt gestorben. Carlin war sowas wie der Erfinder von stand-up-comedy. Er war hart in seinem Humor, zeigte Schwächen auf und brach Tabus. Aus dem “establishment” kommen als Komiker, begann er in den 70ern mehr und mehr “underground” zu werden, eroberte er sich eine Reputation als der, der seinen Finger in Wunden legt und dabei nichts schont. Seine “Seven words you can’t say on TV” brachten ihm eine Klage ein, die er verlor und in dessen Verlauf der “superme court” (obertster Gerichtshof) 1978 entschied, dass die Meinungsfreiheit nicht so weit reicht, dass man besagte sieben Wörter im Fernsehn aussprechen dürfte! Amerika - du hast es auch nicht besser.
Wiederum Keith Olberman (vgl. oben) hatte noch vor ein paar Tagen ein Inteview - ebenfalls sehenswert, sein letztes Interview eigentlich. Hier ein Nachruf von Jerry Seinfeld in der NY Times. Ein etwas “anderer Nachruf” hier.
Das ist Amerika - vergeben ‘is gods business - we don’t mind about it’.
Das wollte ich heute loswerden - Amerika und das Fernsehn gehören einfach ein wenig zusammen, und gute Journalisten und Komiker ham die hier schon länger als wir!
Morgen oder übermorgen wieder Heiteres, ich war am Wochenende am Meer und eine Party gabs auch.
Ich denk da vor allem an Fotos von beidem …













































