In den letzten Tagen sind zwei wichtige Leute gestorben. Einen kannte ich aus dem Fernsehn, den anderen leider nicht bevor er starb. Aber welche die ich kannte, kannten ihn.

Es soll also heute um TV, Amerika und diese beiden älteren Herren gehn.

Anfang letzter Woche starb Tim Russert. Russert war seit Jahren der Leiter des Hauptstadtsudios bei NBC - dem linken TV Sender hier. Wenn NBC (bzw. MSNBC) sowas wie die ARD in Deutschland ist, dann war Russert in etwa … ach wir ham so jemanden gar nicht. Er machte seit ca. 1994 “Meet the press” (Presseclub in etwa) - und war damit der Sprecher und Präsentator, der in den letzten 14 Jahren Amerika jeden Sonntagmorgen um 10 mit mit 1-2 Gästen eine Stunde Tacheles redete. Das gibts hier nicht so oft, normal im politischen Journalismus ist ’spinning’, übersetzbar etwa mit “rumdrucksen”.
Russert kam aus der irischen ‘working-class’, war Katholik und vor allem Familienmensch. Er war etwas übergewichtig (nicht sehr), schnell und klug und lachte gern. Selbst wenn er ein Intview mit Dick Cheney oder Ross Perot machte, er hat die Leute nie versucht in die Pfanne zu hauen - er hat einfach so lange gefragt, klug gefragt, bis die eine wirkliche Antwort gaben - oder eben als Idioten dastanden. Ich kannte ihn aus den verschiedenen “elections” und “caucases” und den Wahlanalysen dazu. Als Obama vor paar Woche die nötigen Stimmen hatte, hielt Tim Russert inne und hat zu seinem Kollegen Olberman gesagt, dass sei ein historischer Moment. Noch nie zuvor hat ein schwarzer Amerikaner die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten bekommen! Sowas mein ich, im Gefecht auch ruhig bleiben können und einfach mal innehalten.
Russert starb 2 Tage vor dem “fahters day” völlig überraschend an einem Herzinfarkt. Am Tag als in Washington die Begräbnisfeier stattfand, spielten sie eine alte Version (40er) von “Over the rainbow” welche auf seinem iPod war. Es hatte zuvor geregnet aber als das Lied durchlief erschienen zwei (!) Regenbogen.
Das zeigte sogar Fox!
Wen mehr interessiert kann hier was lesen oder auch hier was kucken. Vor allem hier sieht man, wie wichtig Russert war…

Vorgestern, am Montag, ist mit 71 George Carlin ebenfalls an Herzinfarkt gestorben. Carlin war sowas wie der Erfinder von stand-up-comedy. Er war hart in seinem Humor, zeigte Schwächen auf und brach Tabus. Aus dem “establishment” kommen als Komiker, begann er in den 70ern mehr und mehr “underground” zu werden, eroberte er sich eine Reputation als der, der seinen Finger in Wunden legt und dabei nichts schont. Seine “Seven words you can’t say on TV” brachten ihm eine Klage ein, die er verlor und in dessen Verlauf der “superme court” (obertster Gerichtshof) 1978 entschied, dass die Meinungsfreiheit nicht so weit reicht, dass man besagte sieben Wörter im Fernsehn aussprechen dürfte! Amerika - du hast es auch nicht besser.
Wiederum Keith Olberman (vgl. oben) hatte noch vor ein paar Tagen ein Inteview - ebenfalls sehenswert, sein letztes Interview eigentlich. Hier ein Nachruf von Jerry Seinfeld in der NY Times. Ein etwas “anderer Nachruf” hier.
Das ist Amerika - vergeben ‘is gods business - we don’t mind about it’.
Das wollte ich heute loswerden - Amerika und das Fernsehn gehören einfach ein wenig zusammen, und gute Journalisten und Komiker ham die hier schon länger als wir! :)

Morgen oder übermorgen wieder Heiteres, ich war am Wochenende am Meer und eine Party gabs auch.
Ich denk da vor allem an Fotos von beidem …

Einfach - auch weil ich die letzten Wochen sowenig geschrieben hab - jetzt tatsächlich noch der zweite Teil der Fotos vom Betriebspicknick!

“Druckfrisch” sozusagen, ist alles grad mal ne Stunde vorbei.
Und machen tut hier sowieso keiner mehr was heut :)

Jetzt aber mal richtig - heute gibts gleich zwei Einträge!

Erstmal ist heute bei Siemens Betriebspicknick vor dem Haus und dann ist auch noch “Bringt-eure-Kinder-mit-in-die-Arbeit” Tag. Also hier wuseln jetzt ein Haufen Kinder rum, die Arbeit steht heut im Hintergrund und man darf sogar Kameras mitbringe ins Haus! Also nutz ich die Gelegenheit mal - vor dem Picknick welches vor paar Minuten schon losgegangen ist - und stell ein paar Fotos online, darüber wo, wie und mit wem ich arbeite.
Die beiden freundlichen Herren, die mit mir im Cublice sitzen sind auch zu sehn!

Später mehr - dann zum Picknick selbst …

Nachdem es nun langsam Beschwerden hagelt und ich auch schon 4 Wochen nix mehr gebloggt habe heute Abend ein kurzes Lebenszeichen.
Zur Zeit bin ich ziemlich in Anspruch genommen von der Arbeit einerseits und von Lernen für Prüfungen andererseits. Lange Tage bei Siemens …
Zu den - versprochenen - DC Fotos bin ich wirklich noch nicht gekommen. Hab einiges, auch von anderen Teilnehmern, gesammelt, jedoch - es frisst einfach viel viel Zeit ca. 1500 Fotos auszusuchen und anzupassen und eine Gallery zu erstellen. Bitte nicht böse sein … aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Muss nur die Muse finden …

Noch etwas, am 12. Juli komm ich für knappe 2 Wochen nach Deutschland! Am 28. Juli geht zwar schon wieder der Flieger nach USA und ich schreibe während der Zeit vor allem erstmal meine drei letzten Prüfungen. Aber ich würde mich auf alle Fälle sehr sehr freuen alle die hier mitlesen in “real” zu treffen und ein Bier od. einen Cafe mit euch zu trinken!
Anschließend verschwinde ich ob Diplomarbeit und weiterer Arbeit (kein Praktikum dann mehr, jedoch Diplomant) wieder hierher zurück. Wie und wann ich zurückkomme ist erstmal auch noch nicht klar. Mal sehn …
Soviel erstmal für jetzt … vielleicht gibts bald wieder mehr und regelmässiger.

Seit einer Stunde bin ich nun zurück aus DC und will nur kurz ankündigen, dass in den nächsten Tagen dazu ein großer Artikel folgt - mit Fotos und allem drum und dran.

Hier war heute (Montag) Memorial-day - einer der ganzen wenigen (ungefähr 3-4) ‘national holiday’ Tage in den USA, an denen dann alle frei haben. Memorial-day heißt, man gedenkt der Veteranen und Kriege seit Anbeginn der USA. Und das sind ja nicht so wenige…

Hört sich jetzt martialisch an, ist aber - wie fast alle was Amerikaner anpacken - ziemlich unterhaltsam und ’showlike’ aufgezogen! Also mit viel Cheerleadern und Umzügen mit Uniformen und Blasmusik und Fähnchen für umsonst und sogar echten Schauspielern, die irgendwie mit Army / Navy / Airforce / Marines zusammenhängen.

Den Samstag und Sonntag hab ich, mit einer kleinen Gruppe, DC angekuckt und heute (Montag) also die ‘parade’. Alles sehr spannend und auch noch bei herrlichstem (!!) Sommerwetter mit extrem warmen Temperaturen! Also ‘White House’, ‘Washington Memorial’, Smithonian, Pentagon, Capitol … etc etc
Insgesamt ein sehr schönes Wochenende - ziemlich besonders auch durch die Umzüge und das fantastische Wetter.

Als kleine Appetitanregher hier nur vier Fotos … insgesamt gibts knapp 3 GB - das muss alles erstmal gesichtet und sortiert werden.

Versuchen wir es heute faustisch; vom Himmel durch die Erde zur Hölle. Naja - eher umgekehrt. Ok …

Seit Wochen ist das Wetter hier schlecht und ich bin schon leicht depressiv. Kalt ist mir sowieso ständig dadurch (heute trug ich z.B. Rollkragen und Tshirt als Unterhemd) und der Dauerregen (auch gern mal 3 Tage durchweg) macht ganz dösig. Wenigstens kann man gut arbeiten dabei und hat nicht Gefühl, etwas zu verpassen. Andererseits mag ich aber schon gar nicht mehr wirklich aufstehen, wenn es schon wieder regnet und es außerhalb des Bettes und v.a. in der Dusche viel zu kalt ist.

Einheimische meinen auch, so einen Mai noch nicht gesehen zu haben! Es ist eigentlich April - im Mai wird es hier normalerweise schnon gut warm und am Ende schon sommerlich heiß und schwül. Nicht so 2008.

Aber, 2008 gibt es einen neuen Präsidenten. (Sehr geschmeidig übergeleitet - huch?) Und nachdem letzte Woche in West Virginia und in Indiana Wahlen waren (’tie’ für Obama und Clinton), das gleiche heute für Kentucky und Oregon (wieder ‘tie’). Heut Abend war klar, dass Obama wohl nun die nötigen ‘pledge delegates’ hat und Clinton unter keinen Umständen mehr eine Mehrheit holen kann. ‘Pledge delegates’ sind die Wahlmänner bei der der nationalen ‘convention’ der Partei (hier Demokraten) den Präsidenschaftskandidaten wählen. Ihre Anzahl hängt von einem recht komplizierten Verhältnissystem (nur bei Demokraten, Republikaner haben ein Mehrheitssystem, d.h. ‘winner takes it all’) ab. Umgekehrt hat nicht unbedingt derjenige, der die meisten Wählerstimmen hat, die meisten ‘pledge delegates’ - zur Zeit hat Clinton mehr ‘popular votes’ als Obama. Und sie reitet darauf rum, dass sie eigentlich in Michigan und Florida auch gewonnen hat, die Stimmen wurden aber nicht gezählt. So weit ich es mitbekommen hab, gab es da ziemliche Unregelmässigkeiten bei den Wahlen, deswegen wurden “zur Strafe” einfach die ‘pledges’ nicht gerechnet.
Das ist alles ziemlich undurchsichtig und mir auch nur halbwegs klar. Wen es interessiert, im Netz gibts vermutlich genug dazu… Evtl. bei Gelegenheit auch von mir mehr dazu.
Na jedenfalls freu ich mich schon immer wieder auf diese Wahlberichterstattungen an den Dienstagabenden. Überhaupt find ich die ganze Nachrichtenlandschaft hier ganz spannend - interessante Zeiten was US-Innenpolitik betrifft!. Nachdem ich letztens mal was über Fox erzählt hab, demnächst was über NBC. Da war ich am letzten Wochenende vor dem Gebäude in NY.
Es scheint jetzt wohl darum zu gehen, dass Clinton möglichst ’sanft’ verabschiedet werden soll und niemand sie vergrätzen will, weil sie ja so gut gekämpft hat und einfach ne Veteranin in der Partei ist. Andererseits halten sich die ’super-delegates’ (die alle anderen theoretisch überstimmen können, was aber noch nie geschah) bisher zurück, alle zu Obama überzulaufen. Dies evtl. als Druckmittel, falls Clinton zu viel Rabatz macht - und dann sehr blamiert da stünde.
Aber für heute genug davon …

Schöne Sache zum Schluß: heute kam mein iPod Touch an (16 GB Version). Juhuu - hat seit Donnerstag den langen Weg von Kunshan (China) über Anchorage (Alaska), Indianapolis (Indiana), Newark (NJ),  Memphis (Tennesse) und schließlich über Hamilton (NJ) nach Princeton (NJ) per Fedex hinter sich gebracht. Habs übers Wochenende per Tracker verfolgt - spannend! Na jedenfalls kann ich jetzt Musik hören, im Netz surfen und Mail holen (WLAN!) und Videos und Wetter kucken sowie auch Notizen und Adressen aufnehmen - alles auf einem ungefähr handgroßen, sehr dünnen  und ca. 200g leichten ‘fancy gadget’ das eigentlich nur ein einziges Display ist! Sehr sehr schön …
Die nächsten Tage kuck ich mal, wie ich das bei Starbucks und McDonalds einsetzten kann - die bieten WLAN für umsonst an - damit hab ich prinzipiell immer Mail- und Webzugriff. Mal kucken. Grad wenn es am Wochenende nach Washington geht - da gibts dann Musik und Google-Maps an den Raststätten.
Für morgen und zukünftige Autofahren hab ich jedenfalls mal einiges an Musik draufgepackt.
Neueste Entedckung (auch in EU bekannt denk ich), Duffy … gefällt mir z.Z. sehr gut.

Nach längerer Untätigkeit hier, schreibe ich doch wieder etwas. Ich mag es nicht, glaube ich, wenn ich den Zwang habe jeden Tag was zu machen hier. In der ersten Woche hatte ich den und das war ne Weile ok, aber dann wurde es zur Pflicht. Das soll es aber nicht sein, finde ich. Na jedenfalls überwiegt jetzt wieder das Bedürfnis mich mitzuteilen :)
Hoffe es liest überhaupt noch jemand mit?

Ich bin jetzt zwei Monate hier und … ich habe mich eingewöhnt. Ich habe Gewohnheiten entwickelt und Routinen gefunden und eigentlich so etwas wie einen normalen Tagesablauf. Zurück an Deutschland denkend, kommt mir heute alles fern und fremd vor. Nicht unbekannt nur einfach weit weg und es spielt nicht wirklich eine Rolle für mich. Ich lehne es nicht ab aber vermisse es auch nicht. Einerseits überrascht mich das durchaus positiv - andererseits ist es auch ein klein wenig traurig.
Der Mensch ist ein gar anpassungsfähiges und unstetiges Geschöpf.

Gewohnheiten war das Stichwort, nun:
Ich stehe morgens so gegen 8 Uhr auf, quäl mich ein bisschen bis ich ins Bad komme, wenn es gut läuft löffel ich ein paar Cornflakes mit Sojamilch und dann geht’s über 2 Autobahnen durch nicht mehr ganz so hektischen Verkehr - es ist ja meist schon 9 - 9:30 Uhr rum - zu Siemens. Dabei höre ich NJN-Radio (wird auch online gestreamt) - die haben die BBC-Nachrichten, was einem als Europäer in den USA auch erlaubt, noch etwas von der Welt mitzubekommen! Aber dazu später mehr.

Wenn es spät wird (Stau od. ich bin spät losgekommen) hör ich noch Diane Rehm in ihrer täglichen Diane-Rehm-Show. Die Dame ist 72, hört sich aber älter an. Aber gutes journalitisches Niveau jeden Morgen. Und dann ist Arbeit und die beginnt mit Cafe und ’soda’ (meist zuckerfreies Wasser) holen und kurz Mails lesen, evtl. auf Spiegel kucken was in Deutschland schon passiert ist. Da ist dann bei euch schon so um 3-4 Uhr nachmittags rum.
Und Abends, nach der Arbeit, wird etwas kleines gekocht und eine weitere Gewohnheit ist es mir geworden, praktisch immer mit Stäbchen zu essen. Und fast immer asiatisch zu kochen. Und das ist so gut, dass ich vermutlich ein wenig abgenommen habe. Die Hosen sind auf einmal jedenfalls schon zu locker. Als Süssigkeitenersatz esse ich ganz viel Obst (Asialaden, selbstredend). Ich meine, man hört immer die Amerikaner leiden alle an ‘obesity’ (Fettleibigkeit) - das ist erstmal pauschal und hier eher nicht so. Trotzdem achte ich darauf was ich esse und wähle das schon sorgfältig aus. Und Süssigkeiten lass ich eben ganz weg.
Nachdem heute ‘pay-day’ war und meine Haare auch schon wieder zu lang waren, gings zum Friseur (barber-shop) und da gabs nen typischen amerikanischen Haarschnitt! “Crew-cut”, das heißt oben kurz und an den seiten und hinten gar nix mehr! Doc meinte am Abend, ob ich jetzt dem ‘marine-corps’ beigetreten sei. Genauso wollte ich das. *hehe*

Was ist amerikanisch? Was sind amerikanische Gewohnheiten?
Nun, zum Beispiel konnte ich letzte Woche verfolgen, wie die Stimmung hier betreffs der Präsidentschaftswahlen ist. Es gab ja neue Auftritte von Reverend Wright und Obama war bei Fox!
Ich hab zum Spass mal die letzte Zeit vermehrt Fox gekuckt; Da hat es mir v.a. Bill O’Reilly angetan, mit seinem täglichen “Bill O’Reilly Factor“. Sowas gibt es in Deutschland nicht! Der Typ ist ein konservativer ‘hypocrite’ (Heuchler) und Populist! Letzte Woche geisterte u.a. durch die Medien, dass Miley Cyrus - hier bekannt als Hannah Montana und 15-jähriges Sternchen vom Disney Channel - ein paar Fotos in der Vanity Fair veröffentlich hat. Gemacht immerhin von Annie Leibowitz, einer anerkannten Fotografin internationalen Rangs. O’Reilly fand das aber abscheulich und kritisierte, dass Kinder und Jugendliche hier sie als Vorbild sähen und es ja so schwer sei überhaupt noch Vorbilder zu haben, und dass das ja nun gar nicht ginge, sich so ablichten zu lassen.
Heute Abend hatte O’Reilly ein - ganz annehmbares - Gespräch mit Hillary Clinton. Sie hat sich jedenfalls nix gefallen lassen und immer dazu gelächelt. Die Tage kommt dann auch McCain und alle hoffen auch auf Obama. Mal sehn …
Interessant jedenfalls in die konservative amerikanische Seele hineinzublicken - auf Fox.
Am Dienstag werde ich vielleicht in Princeton auf eine ‘watch party’ (pro Obama) gehn - das geht um 8pm los, wenn dann die ersten Zahlen aus Indiana und North Virginia reinkommen. Das ganze findet bei einer Familie privat statt und das sind bestimmt alles eingeschworene Obama-Fans - es verspricht jedenfalls sehr interessant zu werden! Mal sehn ob ich es wage - vielleicht ja mit Torsten zusammen.
Und morgen, am Freitag, fahren Lothar und ich zu meinem ersten ‘baseball’ Spiel - und zwar gleich in die Bronx zu den NY Yankees! Auch das eine uramerikanische Sache. Fotos werden ggf. nachgereicht …

Das waren heut viele Links, viele Informationen und mal wieder Pläne … mal sehn was klappt. Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Am vergangenen Samstag war ich mit ca. 32 anderen Leuten, z.T. Interns von Siemens aber auch z.T. deren Freunde von ausserhalb Siemens, in Pennsylvania auf einer ‘paintball ranch’, die “Skirmish” heißt. Das ist hier im Nordosten die größte Anlage dieser Art und sogar in den gesamten USA eine der ganz Großen. Einen Eindruck was da abgeht in Form eines Videos gibts hier - meine Fotos hier.

Nur kurz zur Erklärung, bei Paintball geht es darum in Wäldern Krieg zu spielen und sich mit Farbkugeln zu beschießen. Man läuft dabei in voller Militärmontur herum, hat eine Waffe die mit Druckluft funktioniert und schützt dabei v.a. das Gesicht mit einer Maske und auch den Kopf mit einer Mütze. Die Farbkugeln (paintballs) fliegen bei Austritt mit ca. 300 km/h. Damit kann man so ca. 15-20 Meter recht zielgenau treffen. Wenn einen so eine Kugel - die ca. 1cm im Durchmesser und mit weißer Lebensmittelfarbe gefüllt sind - nach 5-10 m erwischt, kann das ganz schön wehtun und gibt mindestens blaue Flecken od. gar Blutergüsse. Wenn sie platzen gehts noch, manchmal explodieren die aber nicht und die tun dann richtig weh und man hat definitiv blaue Flecken. Darum ist die Maske fürs Gesicht auch Pflicht.

Wir spielten so ungefähr 6 Partien, jeweils ein Team von 16-17 Leuten gegen das andere jeweils und dann umgekehrt. Also ingsgesamt so 12 Runden. Manchmal ging es darum eine Flagge zu erobern und in die Mitte des gegnerischen Spielfelds zu bringen oder aber wir mussten eine Burg entweder verteidigen oder einnehmen. Das Wetter war sehr gut, fast zu warm schon. Wie gesagt, wir trugen lange Uniformen, Gesichtsmaske und einiges an Munition immer mit uns - da kommt man schnell ins Schwitzen wenn man rennt.

Anfangs war ich ziemlich skeptisch. Ich kenn das ein bisschen aus Computerspielen, aber mit echten (Druckluft-) Waffen auf echte Menschen zu schießen ist doch nochmal was anderes. Nach den ersten 2-3 Runden jedoch hat der Spass überwogen. Es ist nicht so, dass man da superagressiv wird oder so - man rennt einfach rum und hofft nicht erwischt zu werden und andere zu erwischen. Ein wenig wie “Fang-mich” zu spielen - nur aus der Entfernung und mit Farbkugeln. Wenn einer getroffen ist, gibt er auf indem er die Hände hochnimmt und aus dem Spielfeld trottet - dann darf auch keiner mehr auf denjenigen zielen. Schiesdrichter überwachen das alles übrigens die ganze Zeit aus der Mitte des Geschehens.
Spannend ist, dass man als Einzelkämpfer gar nicht gut zurecht kommt. Ich hab mit Michael - auch aus Regensburg - mehr zufällig eine Gruppe gebildet und wir haben uns gegenseitig Deckung gegeben. Hat wunderbar funktioniert und wir sind in die Gegner reingelaufen und haben einige aus dem Spiel gekickt.
Später haben sich auch andere unserer “Spezialtruppe” angeschlossen - wir waren damit meist erfolgreicher als die einfachen “Stürmer” die planlos vorgegangen sind.

Soviel Spaß es gemacht hat, es war auch anstrengend. Schnell laufen, ständig unter Stress nicht entdeckt zu werden, kriechen auf dem Waldboden und im Zweifel auch mal nen Rettungssprung hinter die kleinste Deckung und die Kugeln sausen einem über den Kopf oder schlagen lautstark neben einem ein - heute tat mir alles richtig weh! Muskelkater … :)

Bilanz des gestrigen Tages: zwei Blutergüsse am rechten Oberarm über dem Ellbogen, ein Bluterguss und eine Schürfung am linken Knie, eine schöne Beule am Kopf links, einige blaue Flecken im Brust- und Schulterbereich …. viel Spass, viel Dreck und einen interessanten Tag.
Heute (Sonntag) hab ich ausser rumliegen und lesen sowie mich durch die Gegend schleppen nix gemacht … chill out after shootout.

Nach einer kleinen Sendepasue übers Wochenende, gibt es heute wieder einen Eintrag.
Nichts weltbewegendes ist passiert hier, ich lebe mich nach wie vor ein - was auch immer das heißt.
Am Wochenende habe ich einige neue nette Leute kennengelernt und ein unsympathischer Mensch hat sich als schwierig doch ganz ok herausgestellt…

Heute war wieder mal ‘payday’, das heißt ich habe meine Miete bezahlt (was fast die Hälfte auffrißt) und mir dann noch Obst und Gemüse und Reis im Asialaden gekauft. Bin nach wie vor erstaunt über die guten Preise! Unglaubliche Mengen Obst (Orangen, Mandarinen, Äpfel, Birnen, Bananen) und viel Tofu und 5lbs Reis (ca. 2,7 kg) und Soyamilch für weniger als 30$. Danach gabs noch nen kleine Vorrat an ‘booze’ von Joe Canals. Ein Packen Wein (5 Liter im Plastikcontainer - aber schmeckt echt ganz gut) und ein 12er Pack Bier (je 2×6 versch. Geschmacksrichtungen von einem Hersteller im Karton). Das sollte für 2 Wochen reichen.
Zuletzt war ich bei Walmart und hab mir Laufklamotten besorgt! Klingt jetzt so wie ‘isch geh ma bei Lidl zur Hosenaktion’ - aber meine finanziellen Mittel sind eben beschränkt.  Da gabs dann 4 Tshirts (je knapp 5$), 2 kurze und 1 lange Laufhose und noch eine langärmlige Laufjacke, wenn es mal regnet. Na jedenfalls wird ab morgen gelaufen!
Essen tu ich schon gut und gesund, und jetzt mach ich auch mal was gegen die leichten Rückenschmerzen. Das Wetter passt ja seit dem Wochenende auch und ich sitz grad im Tshirt vor dem Rechner, um immerhin 6 Minuten nach 0 Uhr hier. Das sah vor 1 Woche noch anders aus (Regen und frieren).

Einen Gedanken wollte ich noch thematisieren.
Mein Tag besteht unter der Woche eigentlich aus Aufstehen, Arbeit, Heimkommen und was essen, schlafen gehn. Mit ganz leichten Variationen, aber prinzipiell ist das ungefähr immer gleich.
Was mir z.T. schwerfällt, ist mich vom euphorischen Tageszustand (”es gibt was zu tun, packen wir an”) in den ruhigen Abendzustand (”ich bin müde und mein Kopf hört jetzt auf rumzudenken und ich schlafe gleich ein”) zu begeben. Also richtig schwer! Ich hab das schon immer gehabt, aber hier in Amerika fällt es mir besonders auf. Morgens und Abends diese Transition zu schaffen und den Daseinsmodus ändern! Vielleicht hat das immer noch mit der Eingewöhnung zu tun oder mein Tag ist zu erlebnisarm - weiß nicht. Manchmal brauch ich abends über ne Stunde zum Einschlafen, obwohl ich eigentlich müde bin und gähne. Aber der Kopf denkt rum und rum und ich werd nicht ruhig. Hm.
Kann das irgendjemand nachvollziehen?

Achja, heut war unsere Präsentation. War ganz gut; es hat alles gut gepasst und meine zwei Kollegen und ich hatten seit Donnerstag durchaus was Vorzeigbares auf die Beine gestellt. Im Umkehrschluß heißt das, daß wir nun evtl. öfter mal eine weitere Präsentation machen werden und was Anständiges erwartet wird.
Mal sehn.

Achja - irgendein Spassvogel (ich kann mir fast denken wer es war), hält es für originell ‘obergscheide’ Kommentare hier abzugeben. Nun, ich kann das kontrollieren was veröffentlich wird und was ’spam’ ist.
Zudem find ichs ein wenig traurig, dass jemand soviel überflüssige Zeit hat, aufmerksam den Blog zu lesen und mit anonymisierter IP lange, unoriginelle Tiraden zu verfassen.

Die heutige Überraschung ist ganz einfach - ich hab für meine ‘landlords’ gekocht und es war ein großer Erfolg! Aber fangen wir von vorne an - es gab noch etwas mehr heute.

In der Arbeit sitze ich seit ca. einer Woche an einem anderen Teilprojekt und das nimmt insofern z.Z. Überhand, als dass ich für die Präsentation am Mo./Di. nächster Woche noch viel machen muss. Zumindest gabs heut dafür extra einen Laptop - leider bisher ohne Admin-Rechte und dadurch eher wertlos, kann ja nix installieren. Naja - muss dann halt alles Montagfrüh installiert werden. Mal sehn …
Unabhängig davon hab ich endlich nach über 6 Wochen meine ‘badge’ (meinen Firmenausweis) bekommen. Bisher hatte ich immer so eine ‘temporary’-Karte. Nun, der neue hat auch mein Foto drauf.
Putzaktion am Samstag in NY habe ich heut gecancelt - zuviel zu tun und es regnet sowieso schon wieder. Ärgert mich aber, ich hätte gern das exclusive ‘I survived Hands on NY 2008′-Tshirt gehabt - ausserdem wärs auch so lustig gewesen. Wir hätten Bäumchen im Park gepflanzt!

Jetzt aber zu Wichtigerem und Interessanterem. Um 18:30 bin ich heut von der Arbeit los und musste noch einkaufen. Liz ist hier, Doc und Mary sowieso und ich hatte letztes Wochenende versprochen zu kochen - und zwar Freitag-Abend. Dafür brauchte ich erstmal viel Gemüse und dann auch Fisch. Die essen hier alle gern Fisch und Mary ist verrückt nach ‘proteins’ also war die Idee einen Fisch zu kaufen und Doc grillt ihn dann. Von Kollegen wusste ich, dass es günstig Gemüse und auch Fisch in einem Asia-Markt nahe Siemens gibt, in dem ich aber vorher noch nie war.
Dort angekommen erwartete mich erstmal … China! Neben den Kunden (Freitagabend, ziemlich voll) waren auch alle Plakate und Namen und selbst die Durchsagen (!) in Chinesisch! Gut dass die Zahlen wenigstens lateinisch und in Dollar waren! Eine riesige Auswahl an … Chinesischen Waren und Spezialitäten und zwar zu sehr sehr günstigen Preisen. Ich hab einen der vier Fischverkäufer im hinteren Bereich (da gab es auch unzählige Lebendfische in Aquarien!) gefragt, welchen man denn nun besonders gut grillen könne. Er sprach aber leider kein English - oje. Also hab ich zwei Packen tiefgefrorener ‘flounder’ (Flunder) gekauft, ein Weißfisch. Die Fischpackungen mit jeweils zwei großen Filets kosteten ca. 5$, das Gemüse (einiges, an Menge und an Gewicht) nochmals 10$. Packen Kartoffeln aus Idaho (ca. 5 kg), 2 Packen Karotten, 5 Gurken, 2 Auberginen, 3 Jalapenos, viel viel Broccoli, Knoblauch (2x 10 Zehen 0.99$) und und und … echt viel Gemüse einfach. Und alles zusammen für 20,68$. Amazing!
Also da geh ich wieder mal hin …

Zum Abendessen gabs dann Gemüse und Fisch und Reis und einen chinesischen (spicy) Gurkensalat zum Schluß. Ich hab wie immer mit Stäbchen gegessen, seit ich hier bin hab ich mir das so angewöhnt. Mary hatte zur Feier des Tages (tax-season ist vorbei und morgen Abend geht ihr Flieger nach Heathrow / Perth) zwei Flaschen richtigen Champagner mitgebracht! Sehr schön, so gewann das ganze noch Kultur. Zum Wein kamen wir dann aber später auch noch…

Hier erlebe ich gerade ein furchtbares Gewitter! Es ist halb 1 Uhr und alle schlafen schon und draußen stürmt und blitzt und donnert es grad richtig! Bindi, unser Hund, die vor zwei Tagen leider ne Operation an der Hüfte hatte ist ganz verstört - und nebenbei völlig auf Tabletten wegen Op - und ich hab sie grad in mein Zimmer gelassen. Jetzt wird sie ruhiger.
Und das werd ich jetzt auch …

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