Heute, am 6. April 2008, war ich zum ersten Mal in Philadelphia.
Das Wetter war leider nicht so gut aber ansonsten war es ganz schön.
Ich mag Philadelphia, es ist nicht so groß wie New York und ein bisschen älter auch.
Fotos gibt es hier: www.denkungsart.de/2008/03-philly01/
Philadelphia (die Stadt der brüderlichen Liebe) war ja zwischen 1790 und 1800 die erste Hauptstadt. Washington gab es damals noch gar nicht und es musste erst gebaut werden. Aus Philadelphia kommen unter anderem Benjamin Franklin und auch Edgar Allen Poe. Washington wohnte ne ganze Weile hier, auch während er die Unabhängigkeiterklärung geschrieben hat.
Am Anfang war ich im Haus von Betsy Ross, die die erste Flagge der USA genäht hat.
Mehr dazu gibts hier: http://www.ushistory.org/betsy/
Die Flagge sieht eigentlich aus wie heute, aber es gibt nur 13 Sterne – für jeden der 13 Gründerstaaten. Auf den Fotos erkennt man auch ein paar Touristen-Führer, die wie damals angezogen sind.
Dann war ich beim ersten Regierungsgebäude und dann bei der ‘liberty-bell’. Das ist eine Glocke welche aus dem Philadelphia des Jahres 1776 stammt. Die Siedler haben die mitgenommen, als sie aus der Stadt vor den Briten geflüchtet sind. Später kam die Glocke wieder zurück und wurde 1780 zum Geburstag von George Washington geläutet. Irgendwann im 19 Jh. ist sie leider kaputt gegangen und heute funktioniert sie also nicht mehr. Weil das alles so ist und es eine alte Glocke ist, heißt sie aber ‘liberty bell’.
Danach war ich kurz am Delaware River. Philadelphia ist ja rechts davon und damit in Pennsylvania. Über dem Delaware liegt Camden, das ist schon in New Jersey. Im Prinzip heißt das, es gibt in Philadelphia (kurz Philly) ein ganz ganz laxes Waffengesetz und die sind da auch alle ein wenig religiöser. Gegründet wurde es von den sog. Quäkern, das waren so religiöse Sektierer, die die Engländer auch nicht mehr mochten und rausgeekelt haben. Weil der König aber leider bei einem von denen riesige Schulden hatte, hat er ihm ein ziemlich großes Stück Land im damals noch ganz wilden Osten geschenkt. Damit hatte er keine Schulden mehr und die religiösen Fanatiker war er auch los, weil der religiöse Sektierer hat William Penn geheißen und der hat dann alle seine Freunde mitgenommen in die neue Welt. So wurde Pennsylvania gegründet.
Ganz nebenbei, am Dienstag (übermorgen) ist in Pennsylvania ja Wahltag (Vorwahlen für die Präsidenten). Mal sehn ob Hillary oder Barak das Rennen machen – ich tippe ja auf Letztern.
Ganz nebenbei, am Dienstag (übermorgen) ist in Pennsylvania ja Wahltag (Vorwahlen für die Präsidenten). Mal sehn ob Hillary oder Barak das Rennen machen – ich tippe ja auf Letztern.
Nach dem Hafen ging ich dann ins ‘liberty-museum’. In Philadelphia wurde ja nämlich die erste “constitution” (Verfassung) unterschrieben und die Unabhängigkeit von England erklärt (“declaration of independence”). Darum gibt es das. Eigentlich sind da aber keine Devotionalien zu sehen, sondern es geht allgemein um Freiheit und Unabhängkeit. Da gibt es dann Bilder von wichtigen Leuten wie Ghandi oder Mandela oder auch von ganz unwichtigen, die etwas besonderes geleistet haben. Zwei davon kann man auf den Fotos sehen.
Das war ganz interessant und draußen hat es eh fast den ganzen Tag geregnet. Weil die ganze Altstadt von Philadelphia eine Art “Nationalpark” sind, muss man ja nirgends Eintritt zahlen.
Als ich dann am Nachmittag heimgefahren bin, hab ich gesehn, dass in Camden ein ganz schlimmes Feuer ausgebrochen war. Das sah ein wenig gespenstisch aus, fast wie 9-11 damals in NY. Naja – scheint aber eher eine unwichtige Lagerhalle oder sowas gewesen zu sein. In den Radionachrichten kam jedenfalls nix.
Achja – der Parkwächter der auf mein Auto aufgepasst hat, wollte wissen woher ich komme. Er kannte Deutschland dann zwar, aber eher die DDR. Er war nämlich nicht nur schwarz, sondern auch noch Kommunist. Und zuletzt hat er gemeint, die USA schaffen es nichtmal den Irak zu besiegen, aber der Hitler hat damals ja ganz viele Länder erobern können. Er war vielleicht ein schlechter Mensch, aber klug war er ja, der Hitler.
So der schwarze kommunistische Parkwächter.
Na denn gut, dass mein Navi was von “jetzt bitte links abbiegen” gesagt hat und ich leider schon fahren musste …
April 7, 2008 at 7:40 am
Hi Kuno, cooler Bericht und schöne Fotos! Ich werde mich bei Deinem Blog um ansprechende Heise-like Kommentare bemühen
Was wohl mit der “die Stadt der brüderlichen Liebe” gemeint ist? Ist der Ort berüchtigt für Inzest-Fälle, oder gibt es dort ein Kloster?
Vom Wohnort von Washington hättest Du noch ein bisschen besser überleiten können auf die Stadt Washington… Oder hat der Name der Stadt gar nichts mit dem Politiker zu tun (meine Unkenntniss…).
Bist Du sicher die Leute, die etwas besodneres geleistet haben, sind/waren “unwichtiger” als Ghandi oder Mandela? Im Prinzip trägt wohl jeder seinen Teil dazu bei, dass die Welt besser wird. Auch ein kleines Rad kann dabei sehr wichtig sein.
Witzige Story mit dem verqueren Parkwächter – gib mir mehr davon, um mir ein Paar meiner Vorurteile zu bestätigen
Mit welchen Eigenschaften würdest Du in Charakterisieren?
April 7, 2008 at 11:44 am
Huhu, wow das sind ja richtig “Sendung mit der Maus”-mäßige Infos. Da lernt man sogar was oder frischt auf, was man mal im Englischunterricht gehört hat. Das Feuer würde mich natürlich doch brennend interessieren…
Werden auf alle Fälle öfter in den Blog gucken! Beste Grüße, Sigrid und Peter in der HaBuha
April 7, 2008 at 2:50 pm
Endlich kann man tagesaktuell die Neuigkeiten aus den USA mitverfolgen – nett geschrieben und viel an Text, bist bestimmt lang dran gesessen. Viel Erfolg dabei, das bis zum Ende durchzuhalten – werde regelmäßig mitlesen.
Grüße
Michael