Am vergangenen Samstag war ich mit ca. 32 anderen Leuten, z.T. Interns von Siemens aber auch z.T. deren Freunde von ausserhalb Siemens, in Pennsylvania auf einer ‘paintball ranch’, die “Skirmish” heißt. Das ist hier im Nordosten die größte Anlage dieser Art und sogar in den gesamten USA eine der ganz Großen. Einen Eindruck was da abgeht in Form eines Videos gibts hier - meine Fotos hier.
Nur kurz zur Erklärung, bei Paintball geht es darum in Wäldern Krieg zu spielen und sich mit Farbkugeln zu beschießen. Man läuft dabei in voller Militärmontur herum, hat eine Waffe die mit Druckluft funktioniert und schützt dabei v.a. das Gesicht mit einer Maske und auch den Kopf mit einer Mütze. Die Farbkugeln (paintballs) fliegen bei Austritt mit ca. 300 km/h. Damit kann man so ca. 15-20 Meter recht zielgenau treffen. Wenn einen so eine Kugel – die ca. 1cm im Durchmesser und mit weißer Lebensmittelfarbe gefüllt sind – nach 5-10 m erwischt, kann das ganz schön wehtun und gibt mindestens blaue Flecken od. gar Blutergüsse. Wenn sie platzen gehts noch, manchmal explodieren die aber nicht und die tun dann richtig weh und man hat definitiv blaue Flecken. Darum ist die Maske fürs Gesicht auch Pflicht.
Wir spielten so ungefähr 6 Partien, jeweils ein Team von 16-17 Leuten gegen das andere jeweils und dann umgekehrt. Also ingsgesamt so 12 Runden. Manchmal ging es darum eine Flagge zu erobern und in die Mitte des gegnerischen Spielfelds zu bringen oder aber wir mussten eine Burg entweder verteidigen oder einnehmen. Das Wetter war sehr gut, fast zu warm schon. Wie gesagt, wir trugen lange Uniformen, Gesichtsmaske und einiges an Munition immer mit uns – da kommt man schnell ins Schwitzen wenn man rennt.
Anfangs war ich ziemlich skeptisch. Ich kenn das ein bisschen aus Computerspielen, aber mit echten (Druckluft-) Waffen auf echte Menschen zu schießen ist doch nochmal was anderes. Nach den ersten 2-3 Runden jedoch hat der Spass überwogen. Es ist nicht so, dass man da superagressiv wird oder so – man rennt einfach rum und hofft nicht erwischt zu werden und andere zu erwischen. Ein wenig wie “Fang-mich” zu spielen – nur aus der Entfernung und mit Farbkugeln. Wenn einer getroffen ist, gibt er auf indem er die Hände hochnimmt und aus dem Spielfeld trottet – dann darf auch keiner mehr auf denjenigen zielen. Schiesdrichter überwachen das alles übrigens die ganze Zeit aus der Mitte des Geschehens.
Spannend ist, dass man als Einzelkämpfer gar nicht gut zurecht kommt. Ich hab mit Michael – auch aus Regensburg – mehr zufällig eine Gruppe gebildet und wir haben uns gegenseitig Deckung gegeben. Hat wunderbar funktioniert und wir sind in die Gegner reingelaufen und haben einige aus dem Spiel gekickt.
Später haben sich auch andere unserer “Spezialtruppe” angeschlossen – wir waren damit meist erfolgreicher als die einfachen “Stürmer” die planlos vorgegangen sind.
Soviel Spaß es gemacht hat, es war auch anstrengend. Schnell laufen, ständig unter Stress nicht entdeckt zu werden, kriechen auf dem Waldboden und im Zweifel auch mal nen Rettungssprung hinter die kleinste Deckung und die Kugeln sausen einem über den Kopf oder schlagen lautstark neben einem ein – heute tat mir alles richtig weh! Muskelkater …
Bilanz des gestrigen Tages: zwei Blutergüsse am rechten Oberarm über dem Ellbogen, ein Bluterguss und eine Schürfung am linken Knie, eine schöne Beule am Kopf links, einige blaue Flecken im Brust- und Schulterbereich …. viel Spass, viel Dreck und einen interessanten Tag.
Heute (Sonntag) hab ich ausser rumliegen und lesen sowie mich durch die Gegend schleppen nix gemacht … chill out after shootout.